Dichtung und Wahrheit

Von Metallbaumeister Jörg Pieper

Neulich beim Friseur wurde ich unfreiwillig Zeuge einer „Pflege-Fachsimpelei“ unter Frauen. Der Terminkalender für die  Nachmittags- und Abendstunden sei heftig voll: Neben Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudiobesuch stehe die Autowerkstatt auf dem Programm, die Daunenjacke müsse zur Reinigung, und die Absätze der Boots müssten auch noch einmal unter die Lupe genommen werden. Und, und, und … – so vieles müsste noch erledigt werden, bevor die kalte Jahreszeit richtig hereinbricht. Das Wort „Fenster“ fiel zu meinem Bedauern nicht ein einziges Mal. Doch Pflege und Wartung vor allem von Teilen, die stark der Witterung ausgesetzt sind, ist dringend notwendig. Was für Autos gilt, trifft auch auf Fenster zu. Hält man sie in gutem Zustand, verlängert man ihre Lebensdauer und erhöht ihren Wert.

Undichte Stellen kosten Nerven und Geld
Gerade jetzt, an den merklich kühlen und stürmischen Tagen, spürt man sehr schnell, wenn es durch Ritzen und Lücken zieht, die Heizung aufgedreht werden muss und Feuchtigkeit nach innen durchdringt. Undichte Fenster haben nicht nur viele unangenehme Begleiterscheinungen zur Folge, sondern kosten die Wohnungs- und Hausbesitzer auf die Dauer auch eine Menge Geld. 

Die Quelle der Undichtigkeit lässt sich ohne großen Aufwand ermitteln, indem man die Fensterfugen untersucht: Einfach ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen klemmen. Lässt sich das Papier leicht herausziehen, ist die Dichtung ungenügend. Und man kann die  Rahmen prüfen: Mit einer brennenden Kerze lassen sich – am besten bei Wind oder Kälte – durchlässige Stellen schnell aufspüren. Diese können verschiedene Ursachen haben. Eine davon sind abgenutzte Beschläge, sodass man das Fenster nicht richtig öffnen und schließen kann. Lassen sich die Beschläge nicht mehr justieren, müssen sie ausgetauscht werden. 

Generell sollten Dichtungen, Beschläge, Glasanschlüsse und Oberflächen regelmäßig – etwa ein Mal pro Jahr – kontrolliert werden. Dichtungen werden auf Sitz, Elastizität, Schrumpfung und umlaufende dichte Auflage geprüft, die Silikonverfugung auf Haftung zum Glas und zum Rahmen. Hat sich eine Fuge gebildet oder ist das Silikon verfärbt, deutet dies auf eine nötige Erneuerung hin. Alle beweglichen Beschlagsteile sollten mit einem Tropfen Öl gepflegt werden. Die Dichtungen können mit Wasser gereinigt und mit einem Silikonspray nachgefettet werden. Bei Rahmen mit Holzoberflächen gilt die Devise: pflegen statt streichen! Das heißt, dass nach dem Säubern mit einem milden Reinigungsmittel eine spezielle Pflegemilch aufgetragen werden sollte. Diese wertet den Lasurfilm auf, sorgt für einen funktionierenden Wetterschutz und erzeugt eine schöne Optik der Oberfläche. 

Verschlusssache Fenster
Wenn man sich die Mühe macht, nicht nur das Auto in Schuss zu halten, sondern auch die Fenster, kann man quietschende, klemmende oder schleifende Flügel sowie kaputte Beschläge vermeiden – die volle Funktion wird über einen langen Zeitraum gewährt. Allerdings ist die korrekte Fensterwartung, vor allem das Nachjustieren der Beschläge und der Austausch von Dichtungen und Silikonverfugungen, nicht einmal für geschickte Hobbyhandwerker der richtige Job. Aber dafür gibt es schließlich Fachleute, mit denen man am besten gleich einen Wartungsvertrag abschließen sollte. Dann kann man jederzeit am gut schließenden Fenster sitzen, ohne in der Zugluft zu frösteln. Außerdem reduziert man so die Energiekosten, denn man heizt das Geld nicht mehr zum Fenster raus! 

Die eingesparten Euros kann man dann für etwas Schönes ausgeben – den Friseur zum Beispiel. Das habe ich den Damen erklärt und ihnen einen weiteren Termin für den Kalender vorgeschlagen: ein „Date“ mit dem Fensterfachmann z.B. von Pieper.